
Dein Blutzucker entscheidet, ob du sicher arbeitest oder klare Entscheidungen triffst
Und die meisten merken es nicht – weil niemand es ihnen je so gesagt hat.
Bei Blutzucker denken die meisten sofort an Diabetes. Das ist so, als würde man bei einem Thermometer nur an Fieber denken. Der Blutzucker steuert, wie aggressiv man auf einen Lieferanten reagiert, der zu spät kommt. Er entscheidet, ob man um 14 Uhr noch klar denkt oder sich durch den Nachmittag kämpft. Er bestimmt, wie man schläft – und ob man um 3 Uhr nachts wach liegt, ohne zu wissen warum. Das sind keine Zufälle. Das ist Biochemie.
Was sich schon vor 20 Jahren messen ließ – ohne CGM-Sensor
Elisabeth hatte nie eine Diabetesdiagnose. Trotzdem hat sie vor über zwanzig Jahren begonnen, täglich ihren Blutzucker zu messen – vor dem Training, danach, nach Mahlzeiten. Als Hochleistungssportlerin wollte sie verstehen, was Nahrung wirklich macht, und wie sich Gewicht und Energiemanagement verbessern lassen, ohne Kraft zu verlieren.
Dabei zeigte sich: Gereiztheit in bestimmten Phasen kam nicht von außen. Nächtliches Aufwachen war kein Stress – es war ein Blutzuckerabfall. Der Fokus hing direkt davon ab, wie stabil der Stoffwechsel in den Stunden zuvor war.
Im Sport kostet ein schlechter Konzentrationstag ein Ergebnis. Auf der Baustelle kann er Schlimmeres kosten. Im Unternehmensalltag kostet er Entscheidungsqualität – jeden Tag, oft unbewusst.
Was neuere Forschung zeigt
Eine 2026 publizierte Metaanalyse mit über 1.000 Nicht-Diabetikern zeigt: Wer seinen Blutzucker in Echtzeit sieht, verändert sein Verhalten. Wer ihn nicht sieht, korrigiert nichts. Eine Analyse in Nature Communications belegt: Drei einfache Glukose-Parameter reichen aus, um frühzeitig metabolische Risiken zu erkennen – lange bevor eine ärztliche Diagnose gestellt wird. Das ist kein reines Diabetesthema. Das ist ein Leistungsthema.
Der größte Fehler in vielen Coaching-Ansätzen
Oft wird empfohlen, den Blutzucker so niedrig wie möglich zu halten. Das ist falsch. Insulin wird gebraucht, der Körper braucht Glukose. Worauf es wirklich ankommt, ist Insulinsensitivität – die Fähigkeit, stabile Energie zu liefern, ohne Achterbahn. Das ist trainierbar, mit der richtigen Strategie, dem richtigen Reiz und dem Wissen, wo das eigene System gerade wirklich steht.
Die Energie für gute Entscheidungen kommt nicht aus dem Kalender. Sie kommt aus dem Körper. Und der Körper hört nicht auf, Signale zu senden – wir hören nur oft auf, zuzuhören.
Individuelles Bild statt Durchschnittswert
Wir kombinieren Blutzucker mit Stresshormonen in Speichel und Blut sowie Infrarotsensorik und dem individuellen Alltag. Das ergibt ein persönliches Bild – kein Durchschnittswert, sondern das eigene Bild, im eigenen Alltag. Ob morgens um 5 Uhr auf die Baustelle oder abends noch Angebote schreiben: Wer versteht, was im eigenen Körper passiert, entscheidet besser, führt besser, erholt sich besser.
Elisabeth Brandau
Olympionikin, Handwerksmeisterin, Heilpraktikerin und Unternehmerin – schreibt aus eigener Erfahrung in Spitzensport und Unternehmertum. Über mich →