Warum erwarten so viele Menschen die Ernte, bevor sie überhaupt gesät haben?
10. August 2026 · Elisabeth Brandau

Warum erwarten so viele Menschen die Ernte, bevor sie überhaupt gesät haben?

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Egal ob in Gehaltsgesprächen, bei der Jobsuche oder in der Erziehung: Immer öfter zeigt sich diese Haltung – „Gib mir erst was, dann leiste ich was."

Elisabeth nennt das das Taschengeld-Phänomen: Das Kind bekommt 5 Euro auf die Hand gedrückt und kann sich was kaufen. Aber wäre es nicht viel schlauer, von Anfang an zu lernen, wie man sich diese 5 Euro selbst erarbeitet?

Im Sport gibt es diese Abkürzung nicht. Kein Schiedsrichter stellt einen aufs Podest und sagt: „Hier hast du deine Medaille, und jetzt trainierst du bitte die nächsten vier Jahre dafür." Erst kommt das Training, erst die Disziplin – und danach der Erfolg. Punkt.

Die Geschichte hinter dem Antrieb

Elisabeths Vater kam damals mit absolut gar nichts aus Österreich zurück nach Deutschland. Er hatte kein Startkapital, keine Sicherheiten und musste sich sogar einen Kredit aufnehmen, nur um die ersten einfachen Möbel für seine Wohnung zu kaufen. Heute hat er vier erfolgreiche Unternehmen aufgebaut. Sein Antrieb – ein Satz, den er ihr immer wieder gesagt hat:

„Du kannst arm geboren werden und noch ärmer schlafen gehen. Du kannst aber auch reicher gehen und deinen Kindern ein echtes Fundament hinterlassen."

Das war sein Motor. Und genau dieser unbewusste Antrieb lässt ihn bis heute nicht richtig loslassen – er kann gar nicht anders, als immer weiterzumachen.

Das Problem unserer heutigen Leistungsgesellschaft

Genau hier liegt das Problem: Viele wollen keine Ausdauer mehr zeigen. Sie stellen erst hohe Forderungen und verlangen Garantien, anstatt einfach mal reinzugehen und zu beweisen, was in ihnen steckt. Warum? Weil tief im Inneren die Angst sitzt, es vielleicht gar nicht zu können.

Elisabeths Vater hat ihr dafür einen Rat gegeben, den sie bis heute an ihre Klienten weitergibt:

„Zeige erst, was du kannst. Steig zur Not tiefer ein, aber liefere ab. Wenn dein Arbeitgeber das nicht wertschätzt, hast du trotzdem extrem viel gelernt. Und genau mit dieser Erfahrung machst du woanders den nächsten großen Sprung."

Manchmal sind es genau die harten Zeiten, die Krisen und der Leidensdruck, die uns überhaupt erst erfolgreich machen. Wenn alles zu bequem ist, entwickelt niemand echten Biss.

Vorleistung statt künstlicher Druck

Wer wirklich von seinen Fähigkeiten überzeugt ist, hat keine Angst davor, in Vorleistung zu gehen. Echte Performance braucht keinen künstlichen Druck – aber sie braucht den Mut, daran zu glauben, eine Lösung für das eigene Unternehmen zu haben. Den Bock, etwas mitzugestalten und aufzubauen. Und das geht auch ohne Verschleiß: Aus Faulheit heraus neue, klügere Lösungen zu entwickeln, kann genauso ein Antrieb sein – den eigenen Körper zu verbessern und dadurch bessere Leistung zu bringen, beruflich wie persönlich. Mit Spaß, statt aus reinem Müssen.

So wurde bei Elisabeth aus Gesundheit Olympia, drei Kinder und eine Heilpraktiker-Praxis. So wurde aus Sponsorensuche ein Unternehmen. So wurde aus der Corona-Krise ein Fahrrad-Service. So wurde durch einen heißen Sommer ein Kälte-Handwerksbetrieb.

Der Erfolg liegt zwischen den Ohren. Wer weiterkommen will, findet keine Ausreden mehr – sondern setzt sich das Problem als Ziel und geht es an.

Elisabeth Brandau

Elisabeth Brandau

Olympionikin, Handwerksmeisterin, Heilpraktikerin und Unternehmerin – schreibt aus eigener Erfahrung in Spitzensport und Unternehmertum. Über mich →

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