Wann erkennst du, dass etwas nicht stimmt?
16. July 2026 · Elisabeth Brandau

Wann erkennst du, dass etwas nicht stimmt?

← Zurück zum Blog

Eine sehr praktische Frage, die häufig gestellt wird. Meistens erkennt man ein Problem erst, wenn es zum Problem wird – dabei sind die wichtigsten Anzeichen sehr einfach und schnell erkennbar, wenn man ehrlich zu sich selbst ist.

Sich überhaupt die Frage zu stellen, ist schon der bewusstere Schritt. Im Unternehmertum wie im Leistungssport ist es einfach, wenn ein Problem schon sichtbar ist. Handwerker leben von Problemen und sind oft die besten Problemlöser – Visionäre sind dagegen wenige, das liegt am Charakter.

Probleme fangen aber meist viel früher an. In Gesundheit, Sport und Beruf lassen sich Daten tracken – nur macht man das oft erst, wenn Probleme schon da sind. Wer sein Mindset zielorientiert statt problemfokussiert aufstellt, stößt viel früher auf Hürden, bevor die großen Probleme sichtbar werden.

Fünf frühe Warnzeichen

1. Ruhepuls. Ein sehr guter Marker dafür, wie es einem geht. Wenn der sonst stabile Ruhepuls plötzlich deutlich höher liegt, obwohl nichts Besonderes passiert ist, stimmt meist etwas nicht – Übertraining, ein Infekt oder Schlafmangel.

2. Schlafqualität. Wer plötzlich nicht mehr schlafen kann, obwohl es vorher gut lief, sollte aufmerksam werden – oft eines der ersten Zeichen von Übertraining, chronischem Stress oder beruflicher Belastung. Der Tipp dazu: andere um Unterstützung fragen, statt alles allein lösen zu wollen. Das geht deutlich schneller.

3. Körpergefühl. Der am meisten genutzte Marker: den eigenen Körper so gut kennen, dass man sehr schnell merkt, wenn etwas nicht stimmt – kein konkretes Symptom, sondern ein Gefühl. Eine Schwäche, die da nicht sein sollte. Eine Verspannung, die sich nicht erklären lässt. Dieses Gespür muss trainiert werden. Auch im Business gilt: Die besten Entscheidungen entstehen oft dort, wo man auf das Bauchgefühl hört.

4. Mentale Belastbarkeit. Wer plötzlich irritabler, weniger konzentriert oder emotional instabiler ist, dessen Biochemie stimmt oft nicht mehr – zu viel Stress, zu wenig Schlaf, Regeneration, die nicht funktioniert. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die sich summieren.

5. Die 2-mm-Veränderungen. Körperhaltung, Sitzposition, wie schnell der Puls nach dem Training runterkommt – kleine Dinge, die zeigen, dass sich etwas verändert. Bewusstsein über sich selbst.

Warten ist keine Strategie

Die meisten Menschen warten, bis etwas richtig offensichtlich ist – bis der Schmerz stark ist, die Verletzung manifest, der Burnout da. Wer die Zeichen früher erkennt, bleibt länger unverletzt und verliert weniger Zeit und Ergebnis, als wenn man erst reagiert, sobald es richtig weh tut.

Der Kerngedanke dahinter: sich selbst so gut kennenlernen, dass man merkt, wenn die 5 % nicht stimmen – nicht erst, wenn es 50 % sind.

Elisabeth Brandau

Elisabeth Brandau

Olympionikin, Handwerksmeisterin, Heilpraktikerin und Unternehmerin – schreibt aus eigener Erfahrung in Spitzensport und Unternehmertum. Über mich →

Noch mehr lesen

Alle Beiträge im Blog.

Zum Blog