
Woher kommt die Kraft, durchzuziehen?
Viele sprechen von Gott, Religion oder einer höheren Macht, wenn es um Glaube geht. Dass es einen Weg für jeden Menschen gibt, steht außer Frage. Schwieriger wird die Vorstellung, dieser Weg werde komplett von außen gesteuert, ohne dass man selbst das Heft in der Hand hat.
Denn sobald man glaubt, keinen Einfluss zu haben, fangen die meisten gar nicht erst an. Schicksal wird dann schnell zur bequemen Ausrede, um keine Verantwortung für das eigene Leben übernehmen zu müssen. Es geht darum, Glaube neu zu definieren: weg vom passiven Abwarten, hin zur aktiven Eigenverantwortung.
Warum wir Glauben brauchen
Glaube ist der innere Treibstoff. Ohne tiefes Vertrauen in einen Sinn oder ein Ziel fehlt der Atem, sobald die ersten Hürden auftauchen. Der entscheidende Unterschied liegt darin, woran man glaubt: nicht an eine höhere Macht, die einem die Arbeit abnimmt, sondern an die eigenen Fähigkeiten und den eigenen Einfluss auf die Welt. Glaube ist kein Hoffen auf ein Wunder von außen – er ist das Fundament innerer Resilienz.
Was Glaube wirklich ist
Glaube ist die stärkste mentale Ressource, richtig verstanden. Er basiert nicht auf religiösen Dogmen, sondern auf den eigenen, tief sitzenden Anlagen. Die Wissenschaft zeigt: Umfeld, Ort und Zeitpunkt der Geburt sowie die emotionale Prägung (etwa vererbte Muster) formen einen oft stärker als jede Religion. Das Gute daran: Diese Anlagen enthalten auch die eigenen größten Stärken.
Wege, den eigenen Glauben an sich selbst freizulegen:
Ausprobieren und dem Bauchgefühl vertrauen: Achten, wo Dinge natürliche Leichtigkeit haben und Energie geben statt sie zu rauben.
Zurück zu den Wurzeln: die Eltern fragen, welche Talente und Eigenschaften schon im Kindesalter da waren – bevor die Welt einem gesagt hat, wer man sein soll.
Die eigene Unverwechselbarkeit akzeptieren: Egal ob über Psychologie, Biologie oder andere Systeme – niemand gibt es zweimal auf dieser Welt.
Warum das auch im Beruf zählt
Wer im Business nur Zahlen, Strategien und Tabellen im Kopf hat, entwickelt einen gefährlichen Tunnelblick. Unternehmertum und Führung bedeuten Arbeit mit Menschen – und vor allem Arbeit mit sich selbst. Wer sich auch mit Themen außerhalb des reinen Business beschäftigt, gewinnt einen echten Vorteil: besseres Menschenverständnis, keine Schablone für jeden Mitarbeiter oder Kunden, und bessere Entscheidungen aus einer Position der Stärke und Gelassenheit heraus.
Die Antworten liegen selten im Außen. Wer herausfindet, welche einzigartigen Talente in ihm stecken, und die Ausreden abstreift, hat den größten Trumpf schon in der Hand: den Glauben an sich selbst.
Elisabeth Brandau
Olympionikin, Handwerksmeisterin, Heilpraktikerin und Unternehmerin – schreibt aus eigener Erfahrung in Spitzensport und Unternehmertum. Über mich →